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Projekte

Der Freistaat Sachsen fördert derzeit zwei größere Auslandsprojekte im Libanon und in Marokko. Darüber hinaus werden weitere kleinere Projekte sächsischer Träger und Initiativen im Ausland durch Mittel der Sächsischen Staatskanzlei für Auslandsprojekte unterstützt.

Leitprojekte

Der Verein »Arche noVa« sichert im Libanon Schulunterricht für syrische Kinder, die dort in Flüchtlingslagern leben. Im Libanon, der nicht größer ist als Sachsen und in dem 6 Millionen Libanesen zuhause sind, leben 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge.

Insgesamt erhalten in dem Projekt ca. 800 Kinder Grundschulunterricht. Lehrkräfte sind etwa 40  Personen, die überwiegend ebenfalls aus Syrien geflüchtet sind. Das Projekt begann im April 2017. Seitdem sichert Sachsen den Unterricht ab und stellt hierfür jährlich ca. 250.000 Euro bereit. Die libanesische Regierung erkennt die Abschlüsse an. Partner Lokaler Partner ist die libanesische »Social Support Society for Education«, die fast die Hälfte der Projektkosten aufbringt.

Staatsminister Oliver Schenk besuchte das Projekt im Jahr 2018.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kennen sehr viele Menschen als Hilfsorganisation im Bereich Unfallopferversorgung, Zivilschutz- und Katastrophenschutz sowie im Bereich der freien Wohlfahrtspflege. Über seine internationale Dachorganisation unterhält das DRK Kontakte in 190 Staaten der Erde. DRK und die Sächsische Staatskanzlei arbeiten in zwei Projekten in Marokko in den Gemeinden Chefchaouen und Azilal zusammen. Dort unterhält der »Marokkanische Rote Halbmond« Gesundheitsstationen. Der Ort Azilal liegt in den Bergen und bis zum nächsten Krankenhaus sind es viele Wegstunden, so dass die richtige Versorgung von Verletzten entscheidend sein kann. Zum Projekt gehören auch Lehrgänge zum Infektionsschutz. Die Kurse fanden in Schulen statt, die im Projekt zunächst renoviert wurden.

Die Projekte stützen sich auch auf Engagement aus Sachsen. Freiwillige fuhren nach Marokko, um dort innerhalb einer Woche Kurse zu geben. Es entstanden Freundschaften. Die Zusammenarbeit animierte beispielsweise eine DRK-Ortsgruppe aus Mittelsachsen, ein gebrauchtes Rettungsfahrzeug zu modernisieren, nach Marokko zu fahren und den dortigen Kollegen zu übergeben.

Bund-Länder-Programm

Im Jahr 2015 legte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Bund-Länder-Programm auf. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass auf Länderebene zu vielen Themen eine sehr hohe Sachkompetenz besteht. Diese wollte man in die Kooperation des Bundes mit den Partnerländern des globalen Südens einbinden. Für die Länderebene hat das Programm den Vorteil, dass man sich auf die GIZ-Strukturen vor Ort stützen kann.

Sachsen hat die sich ergebenden Chancen von Anfang an genutzt. Bereits 2015 reichten GIZ und Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr einen Antrag für ein Projekt zur Bergbausicherheit in Mosambik ein. Fachleute der im Geokompetenzzentrum Freiberg zusammengeschlossenen Organisationen unterstützen mosambikanische Bergbaufachleute beim Aufbau von Verwaltungsstrukturen, bei der Erhöhung der Sicherheit und dem Aufbau von Rettungsdiensten.

Im Jahr 2019 entschied sich das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft für die Beteiligung an einem Projekt zum Schutz von Gewässern vor den Auswirkungen des Bergbaus in Peru. Den Anstoß gab ebenfalls das Geokompetenzzentrum Freiberg, das eine Studie zum Umweltschutz im Bergbau von fünf Andenstaaten im Auftrag der GIZ abgeschlossen hatte. Ein wichtiger Rahmen war auch eine im Mai 2019 unterzeichnete Ressortvereinbarung mit dem chilenischen Umweltministerium. Leider ist Chile nur am Rande beteiligt, da das Land seit 2018 von der OECD nicht mehr als „Entwicklungsland“ eingestuft wird.

Im Jahr 2020 regten Prof. Dr. Christoph Lübbert und Dr. Amrei von Braun, Chefarzt bzw. Privatdozentin und Oberärztin am Zentrum für Infektionsmedizin der Universität Leipzig, eine Kooperation mit Uganda an. Frau Dr. von Braun hatte zwei Jahre am Kiruddu Referral Hospital in Kampala gearbeitet. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der Diagnostik und dem gezielteren Einsatz von Antibiotika. Es hilft, Resistenzen zu vermeiden. Das Projekt hat großen Nutzen für beide Seiten. Tropenmediziner aus Leipzig unterstützen in Kampala ugandische Ärzte und sammeln Erfahrungen bei der Therapie von an Tropenkrankheiten leidenden Patienten. Ugandische Ärzte sollen auch nach Leipzig kommen.

Aus dem EZ-Kleinprojektefonds geförderte Projekte

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